... 80 Prozent der Bevölkerung sind unterversorgt, 30 Prozent weisen sogar schweren Mangel auf

Auch Jugendliche und junge Erwachsene sind betroffen

30 Minuten Sonnenlicht braucht unsere Haut pro Tag, damit der Körper ausreichend Vitamin D produzieren kann. Das Hormon hat Einfluss auf viele Organe und Körperfunktionen, eine ausreichende Zufuhr ist daher wichtig, um Krankheitsrisiken zu minimieren. Doch das deutsche Wetter, die heutigen Berufe, bei denen man sich überwiegend drinnen aufhält, und die vermehrte, sinnvolle Verwendung von Sonnenschutzprodukten zur Vorbeugung von Hautkrebs sorgen häufig dafür, dass wir diesen Wert nicht erreichen. Eine umfassende Studie[1] des Laborverbunds LADR, die zusammen mit der Universität Lübeck erarbeitet wurde, zeigt nun das Ausmaß des Vitamin D-Mangels in Norddeutschland, wo die für die Bildung des Vitamins verantwortliche UVB-Strahlung besonders gering ist: Demnach sind 80 Prozent der Bevölkerung nicht optimal mit Vitamin D versorgt, mehr als 30 Prozent der untersuchten Personen wiesen sogar einen schweren Mangel auf. Neben den Senioren sind insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene betroffen, in dieser Gruppe konnte bei circa 25 Prozent ein schweres Defizit festgestellt werden.

„Ein Mangel an Vitamin D im Körper kann gesundheitliche Auswirkungen haben“, erklärt einer der Autoren der Studie, Dr. med. Jan Kramer, ärztlicher Leiter der LADR GmbH MVZ Dr. Kramer & Kollegen in Geesthacht und Privatdozent an der Universität zu Lübeck. „So ist beispielsweise belegt, dass beim Menschen die Häufigkeit von Stürzen und Knochenbrüchen durch die Einnahme von Vitamin D-Präparaten gesenkt wird und auch Osteoporose vorgebeugt werden kann.“ Bei Säuglingen wird mit Vitamin D seit Jahren eine erfolgreiche Rachitis („Knochenweiche“)-Prophylaxe durchgeführt, mehrere Studien verweisen zudem auf einen Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel im Erwachsenenalter und dem Auftreten verschiedener Krankheiten wie zum Beispiel auch Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen. In bisherigen Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass ein großer Anteil der Bevölkerung sowohl deutschland- als auch europaweit den als optimal definierten Vitamin D-Spiegel von mehr als 75 Nanomol pro Liter Blut nicht erreicht. Für Norddeutschland gab es bislang jedoch noch keine ausreichenden Daten.

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Circa 100.000 Blutproben ausgewertet

Für die Studie, die von der Ethikkommission der Universität zu Lübeck genehmigt wurde, werteten Kramer und seine Kollegen die Ergebnisse von 99.284 Blutproben aus, die den in den Jahren 2008 bis 2011 aus den fünf norddeutschen Bundesländern an das Labor der LADR GmbH in Geesthacht bei Hamburg eingeschickt und dort analysiert worden waren.

„Die Untersuchung zeigte, dass der Mittelwert der Vitamin D-Spiegel in allen untersuchten Altersgruppen unterhalb des optimalen Werts von 75 Nanomol pro Liter lag“, so Kramer. Konkret konnte diese Unterversorgung mit Vitamin D bei insgesamt mehr als 80 Prozent der Proben festgestellt werden. In 50 bis 60 Prozent der Fälle konnte sogar ein Vitamin D-Mangel, das heißt ein Wert von weniger als 50 Nanomol pro Liter nachgewiesen werden. „Besonders betroffen waren Erwachsene im fortgeschrittenen Lebensalter sowie vor allem männliche Jugendliche. Bei einem so schweren Mangel bereits in frühen Jahren steigt das Osteoporose-Risiko“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin und Laboratoriumsmedizin. Laut Studie war das Ausmaß des Mangels zudem von der Jahreszeit abhängig, in den Wintermonaten trat ein Vitamin D-Defizit häufiger auf. Allerdings ließ sich auch feststellen, dass bis zu 20 Prozent der Untersuchten selbst im Sommer noch unter einem schweren Mangel litten.

Diskussion über Definition von Risikopatienten notwendig

Verantwortlich für diese inadäquate Versorgung der Bevölkerung – selbst im Sommer – sind verschiedene Faktoren: „Es liegt nicht nur daran, dass die UVB-Strahlung in Norddeutschland sehr gering ist, die Menschen halten sich außerdem zunehmend in Innenräumen auf und verwenden sinnvollerweise Sonnenschutz-Produkte, die die Bildung von Vitamin D hemmen“, erklärt Kramer. Der UV-Schutz ist notwendig, da beispielsweise beim nordischen Hauttyp der Eigenschutz lediglich für 10 bis 20 Minuten in der Sonne ausreicht.

Da der Mangel auch durch die Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung nicht kompensiert werden kann, empfiehlt die Studie eine Ergänzung durch Präparate, die dem individuellen Vitamin D-Spiegel eines Patienten angepasst sind. Der müsste dazu aber erst einmal festgestellt werden. „Die Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands für Osteologie sieht aber nur in besonderen Fällen, wie beispielsweise Niereninsuffizienz, eine Bestimmung vor“, so Kramer. „Nun konnten wir in unserer Studie aber besonders häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen schweren Vitamin D-Mangel nachweisen – eine Gruppe, die dort nicht berücksichtigt ist. Angesichts dieser Ergebnisse erscheint es uns notwendig, dass eine öffentliche Debatte über die Definition von Risikopatienten und die gerechtfertigte Bestimmung des Vitamin D-Spiegels geführt wird.“ Bei gefährdeten Gruppen empfiehlt die Studie zudem eine Überprüfung des Spiegels zumindest einmal im Jahr in den Monaten Januar bis April.

Die Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung (LADR) ist ein ärztlich- und inhabergeführter Laborverbund mit über 150 Laborärzten, Humangenetikern, Mikrobiologen und Naturwissenschaftlern sowie Spezialisten aus klinischen Fachgebieten. Im Interesse der Patienten werden regional labormedizinische Dienstleistungen erbracht. 20.000 niedergelassene Ärzte und über 200 Kliniken vertrauen dem unabhängigen LADR-Verbund als labormedizinischem Partner. Deutschlandweit gibt es 17 Facharztstandorte und eine sehr gute Zusammenarbeit mit über 35 Laborgemeinschaften. Der Hauptsitz in Geesthacht bei Hamburg ist heute Deutschlands ältestes Privatlabor mit Erfahrung seit 65 Jahren. Neben den labormedizinischen Schwerpunkten der heutigen LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Kramer und Kollegen wird in den Bereichen Hygiene-, Wasser-, Umwelt- und Lebensmittelanalytik zusätzlich ein umfangreiches Spektrum modernster Laboruntersuchungen angeboten.

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Bildunterschrift: Der menschliche Körper braucht 30 Minuten Sonnenlicht pro Tag, um ausreichend Vitamin D zu produzieren. Kommt es zu einem Mangel, kann das gravierende gesundheitliche Auswirkungen haben.

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Es ist beispielsweise belegt, dass die Häufigkeit von Stürzen und Knochenbrüchen beim Menschen durch eine die Einnahme von Vitamin D-Präparaten gesenkt und auch Osteoporose vorgebeugt werden kann.

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Die kürzlich veröffentlichte, umfassende Studie des Laborverbunds LADR, die mit der Universität Lübeck erarbeitet wurde, zeigt das Ausmaß des Vitamin D-Mangels bei Menschen in Norddeutschland, wo die UVB-Strahlung besonders gering ist.

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Die Analyse zeigte, dass der Mittelwert der Vitamin D-Spiegel in allen untersuchten Altersgruppen unterhalb des optimalen Werts von 75 Nanomol pro Liter Blut lag. Eine konkrete Unterversorgung mit dem Hormon konnte bei insgesamt mehr als 80 Prozent der Proben festgestellt werden. Quelle: DMW 2014 / Georg Thieme Verlag KG

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In 50 bis 60 Prozent der Fälle konnte ein Wert von weniger als 50 Nanomol pro Liter nachgewiesen werden, was als Vitamin D-Mangel gilt. Besonders betroffen waren hier Erwachsene im fortgeschrittenen Lebensalter sowie vor allem männliche Jugendliche. Quelle: DMW 2014 / Georg Thieme Verlag KG

„Die Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands für Osteologie sieht nur in besonderen Fällen eine Bestimmung des Vitamin D-Spiegels vor. Jugendliche und junge Erwachsene werden dort nicht berücksichtigt“, so Dr. med. Jan Kramer, ärztlicher Leiter der LADR GmbH MVZ Dr. Kramer & Kollegen in Geesthacht und Privatdozent an der Universität zu Lübeck. „Angesichts unserer Ergebnisse scheint uns eine öffentliche Debatte über die Definition von Risikopatienten notwendig.“ Quelle: LADR GmbH MVZ Dr. Kramer und Kollegen

Die Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung (LADR) ist ein ärztlich- und inhabergeführter Laborverbund mit über 150 Laborärzten, Humangenetikern, Mikrobiologen und Naturwissenschaftlern sowie Spezialisten aus klinischen Fachgebieten. Im Interesse der Patienten werden regional labormedizinische Dienstleistungen erbracht. 20.000 niedergelassene Ärzte und über 200 Kliniken vertrauen dem unabhängigen LADR-Verbund als labormedizinischem Partner. Deutschlandweit gibt es 17 Facharztstandorte und eine sehr gute Zusammenarbeit mit über 35 Laborgemeinschaften. Der Hauptsitz in Geesthacht bei Hamburg ist heute Deutschlands ältestes Privatlabor mit Erfahrung seit 65 Jahren. Neben den labormedizinischen Schwerpunkten der heutigen LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Kramer und Kollegen wird in den Bereichen Hygiene-, Wasser-, Umwelt- und Lebensmittelanalytik zusätzlich ein umfangreiches Spektrum modernster Laboruntersuchungen angeboten.

 

Mehr Infos für Leser / Zuschauer / Interessenten:

LADR GmbH – MVZ Dr. Kramer und Kollegen
PD Dr. med. Jan Kramer
Lauenburger Str. 67
21502 Geesthacht
Tel.: 04152 803-0
Fax: 04152 803-369
E-Mail: j.kramer@ladr.de
Internet: www.ladr.de


Quelle:

[1] J. Kramer, A. Diehl und H. Lehnert: Epidemiologische Untersuchung zur Häufigkeit eines Vitamin-D-Mangels in Norddeutschland. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2014; 139 (10).

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