(Autor, Justin Bärwaldt)

Lange wurde das Sport treiben während der Schwangerschaft kulturell abgelehnt, heute ist bekannt, dass es viele Vorzüge bietet. Doch was verändert sich im Körper einer schwangeren Frau? Welche Sportarten eignen sich deswegen besonders gut und was hat das Wasser damit zu tun?

Zunächst einmal verändert sich, dank einer Schwangerschaft, der Körpermittelpunkt des Körpers, durch das zusätzliche Gewicht des Fötus und bewirkt dadurch bedingt eine Gewichtszunahme von 15-20% bei der werdenden Mutter. Daraus resultieren oftmals Rückenschmerzen, aber auch die Gangart kann sich zum Negativen verändern, da Schwangeren ein freies Sichtfeld bezüglich ihrer Füße verwehrt bleibt und die Sturzgefahr zunehmen lässt.
Jenem Risiko jedoch sollte durch koordinative Übungen Abhilfe geschaffen werden. Nicht nur das Gewicht und Gewichtsverlagerung sind Folgen, auch betrifft eine Schwangerschaft das Herz-Kreislauf-System und die Atmung. Des Weiteren beeinflusst sie den Glucosestoffwechsel und muskuläre Veränderungen. Die Spannung innerhalb der Muskeln nimmt zugleich ab, sprich der Muskeltonus verringert sich wodurch der Muskel weniger leistungsfähig ist, beziehungsweise das Gefühl der Ermüdung früher eintritt. Jener Spannungsverlust ist auch der Grund für eine Erweiterung der Blutgefäße, wodurch die Menge des zirkulierenden Blutes abnimmt. Proportional zur Abnahme der Blutmenge, steigt jedoch das Volumen des Blutplasmas, was zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und einer Senkung des Blutdruckes führt. Nicht nur der Sauerstoffbedarf im Ruhezustand wird dadurch gesteigert, auch die Menge der roten Blutkörperchen vermehrt sich.

Bekannter jedoch ist die „Schwangerschaftsdiabetes“, bedingt durch eine gestiegene Insulinausschüttung des Körpers. Auch diesem kann jedoch Training problemlos entgegengewirkt werden. Wie bereits an einigen Stellen dieses Artikels sichtbar wurde, scheint Sport (auch dem Fötus) nicht unbedingt zu Schaden, sondern beinahe schon eine gewisse Notwendigkeit zu besitzen, dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten:

–          Eine Steigerung der Körpertemperatur kann den Fötus gefährden
–          Erschütterungen können zu Traumata beim noch Ungeborenen führen
–          Sport in Rückenlage kann zu Kreislaufstörungen und damit zu Komplikationen führen
–          Pressatmung sollte wenn möglich vermieden werden
–          Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollte der Sport sukzessive reduziert werden

Dahingehend sollte die Ausdauer während der Schwangerschaft nur im aeroben (Körper wird mit leichter bis mittleren Intensität belastet, wodurch er noch fähig ist, Sauerstoff  problemlos aufzunehmen) Bereich betrieben werden. Das Training sollte 30-60 Minuten am Tage nicht überschreiten und nicht öfter als 5 Mal die Woche betrieben werden. Zugleich ist eine ausreichende Kohlenhydrat- und Flüssigkeitszufuhr unabdingbar.

Doch welchen Sport sollten/dürfen Schwangere ausüben?

Allgemein lässt sich sagen, dass sich Sportarten, welche Körperkontakt und Sturzgefahren beinhalten, ungeeignet sind. Daraus ergeben sich die folgenden, als positiv zu bewertenden, Sportarten:

–          Wandern
–          Nordic Walking
–          Skilanglauf
–          Gymnastik
–          Moderates (!) Krafttraining
–          Joggen
–          Radfahren (in der Ebene)
–          Schwimmen

Der letzte Punkt, Schwimmen, besitzt gegenüber den anderen jedoch ein Alleinstellungsmerkmal.  Wasser führt dazu, dass der Mensch lediglich ein Zehntel seines Körpergewichts bewegen muss, was gelenkschonend und entspannend ist. Auch hilft es bei der Temperierung des Körpers und eine Überhitzung des Fötus beinahe unmöglich macht.

Dennoch sollten im Allgemeinen das sportliche Aktivitäten während einer Schwangerschaft immer mit einen begleitenden Arzt abgesprochen werden.

Und ein ganz wichtiger Punkt sei noch erwähnt, neben allen Empfehlungen und Ratschlägen ist das Wichtigste auf Seinen Körper und Sein Wohlbefinden zu achten und zu hören!

Sie planen eine Schwangerschaft oder sind mittendrinnen und möchten dennoch an einer stabilen Gesundheit und Ihrem körperlichen Wohlbefinden arbeiten? Gern stehe ich Ihnen hierbei mit meiner jahrelangen Erfahrung rat gebend zur Seite.

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