Es ist Sommer und dazu noch für mich ein arbeitsfreier Samstag. Der Tag beginnt und endet herrlich. Der wolkenlose Himmel und die perfekte warme Temperatur leisten ihren Beitrag. Entscheidend sind aber zwei Erlebnisse an diesem Morgen und an diesem Abend.

Der Morgen: Mein Wecker piepst schon um 5. Die Sonne geht auf und erleuchtet mein Schlafzimmer mit den beiden großen Berliner Altbaufenstern, die nach Osten gehen. Da fällt es mir sehr leicht, aus den Federn zu kommen. Rasieren, Bettmachen, Morgengebet, Waschmaschine füllen, Pflanzen gießen und – es klingelt wie erwartet um Punkt 6 an der Tür. Torsten kommt das Treppenhaus die zwei Etagen hoch gesprungen, um mich abzuholen. Sportlich gekleidet bin ich schon, die Sportschuhe ziehe ich mir in der Diele an, und los geht es. Rechts auf die Straße, erste Straße links, da ist schon unser Spielplatz. Eine Stunde lang machen wir gemeinsam auf dem Sandboden und an den Geräten die unterschiedlichsten Übungen. Matten, Seile und Bänder verwandeln manches „Spiel“- in ein sehr ernsthaftes Trainingsgerät! Die Übungen hat Torsten maßgeschneidert auf mein Trainingsziel hin ausgestaltet und macht sie alle mit. Vorbild! Wenn ich am Ende zur kurzen Entspannung auf der Matte liege und in den knallblauen Himmel und die grünen Baumkronen schaue, fühle ich mich richtig wohl in meiner Haut und – bin glücklich.

Der Abend: Zum zweiten Mal klingelt Torsten heute um 6 bei mir. Jetzt ist es 18 Uhr. Um in meinen 2. Stock zu kommen, braucht er diesmal wenige Sekunden länger, weil er eine Einkaufstüte mit wichtigen Lebensmitteln mit sich trägt. Wir kochen. Drei spannend klingende Rezepte hat er mir am Vortag gemailt. Die Zutaten habe ich am Vormittag auf unserem Wochenmarkt und in meinem Bioladen geholt. Fehlendes habe ich ihm gesimst. Er hat es dabei. Durch das Esszimmer mit dem gedeckten und mit Blumen (auch vom Wochenmarkt) geschmückten Tisch geht es in die Küche. Diese Küche war seit meinem Einzug für zweieinhalb Jahre ein trauriger Ort allein für kalte Platten und mal eine Tiefkühlpizza aus dem Ofen. Da wurde das Ceranfeld nicht angeschaltet, weil ich doch nicht kochen konnte. Torsten hat das vor einem Jahr zur Vergangenheit werden lassen. Auch hier wieder maßgeschneidert auf meine Bedürfnisse und Wünsche hat er meine Ernährung auf gesunde und irrsinnig wohlschmeckende Füße gestellt. Ich koche jeden Abend warm. Im Restaurant schmeckt es mir inzwischen selten so gut wie zuhause. Heute Abend lerne ich 3 neue Rezepte und neue Fertigkeiten. Es schmeckt genial, und ich bin am Abend bei Torstens Verabschiedung satt und – glücklich.

G.R.