„Das Glück ist ein Schmetterling“, sagte der Meister. „Jag ihm nach und er entwischt dir. Setz dich hin und er lässt sich auf deiner Schulter nieder.“ „Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?“, fragte der Schüler.

„Du könntest versuchen, dich ganz ruhig hinzusetzen – falls du es wagst!“
(Anthony de Mello)

Beim Schreiben dieses Beitrages fällt mir ein Akquisetermin ein, den ich vor einiger Zeit mit einem potentiellen Klienten hatte. Es war eine Empfehlung eines guten Kooperationspartners, der seinem Patienten dringend angeraten hatte, einige Gänge runter zu schalten und mehr auf sich und seine Gesundheit zu achten.

Wir vereinbarten einen ersten Termin für ein unverbindliches Kennenlernen um die gegenseitigen Erwartungshaltungen und Wünsche an eine mögliche Zusammenarbeit abzuklären. Besagter Termin wurde zweimal verschoben, bis es schlussendlich zu diesem besagten Termin kam – natürlich verspätete sich mein Gesprächspartner um eine gute halbe Stunde. So hatten wir in seinem engen Zeitbudget nur noch 30 Minuten um uns in aller Ruhe zu unterhalten. Ein spannendes Gespräch, ein interessanter Mann. Bereits an seiner gepressten Stimme war für mich erkennbar, unter welchem Druck dieser „Kessel“ stand – gefühlt kurz vorm Zerbersten.

Nun, worum es mir bei meiner kleinen Geschichte geht ist vielmehr die Tatsache, dass besagter Interessent im Gespräch erwähnte, dass er auf dem Weg zu unserem Termin an einer Bank vorbei kam. Er hatte das unbändige Bedürfnis sich einfach hinzusetzen, durchzuatmen, auszuruhen und zu beobachten. Ich fragte ihn, warum er es nicht einfach gemacht habe – darauf hatte er leider keine echte Antwort. In seiner Brust spürt er den Wunsch nach “durchatmen”, aber die “Zentrale” treibt ihn weiter an. Und so wirkte er auf mich, wie ein Getriebener.

Ein klares Bedürfnis wird nicht erkannt, bzw. es wird nicht entsprechend gehandelt. Was ich damit sagen möchte, wir haben so oft die Möglichkeit, einfach einmal anzuhalten, innezuhalten und zu atmen. Einfach einmal pausieren und den Moment wirken zulassen. Es gibt davon so viel, nur nicht unendlich viele! Und das ist uns in den meisten Fällen zu selten bewusst.
Nur allzu oft habe ich es in meinen knapp 19 Jahren der Selbstständigkeit als Gesundheitscoach und Personal Trainer erlebt, dass es erst eines wirklichen “Winkes mit dem Zaunpfahls” bedurfte, dass Menschen ins Grübeln kommen. Die Frage die sich mir dann immer stellt, muss es erst soweit kommen, dass es bereits 5 vor 12 ist – und für manch einen sogar 5 nach 12?!

Also beim nächsten Mal – bewusst anhalten und innehalten!

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