(Justin Bärwaldt)

Die Gewohnheit im Allgemeinen

„Die schlimmste Herrschaft ist die der Gewohnheit“
(Publius Syrus 90-40 v.Chr., röm. Moralist in „Sententiae“)
Im ersten Teil dieser vierteiligen Serie rund um das Thema Gewohnheiten werden wir versuchen, die Gewohnheiten an sich zu verstehen, indem die Fragen, was Gewohnheiten eigentlich sind und warum sie ein jeder Mensch hat, beantwortet werden.

Damit Sie einen ersten Zugang zu dem Thema „Gewohnheiten“ bekommen, sei an dieser Stelle folgendes Gleichnis dargestellt:

Ein Zen-Meister bittet seinen Schüler einen noch jungen Strauch zu jäten, welches dem Schüler mühelos gelingt. Anschließend wird dem Jüngling die Aufgabe zuteil, eine etwas ältere, bereits tiefer verwurzeltere Pflanze aus dem Garten zu entfernen. Auch dies gelingt ihm, wenn auch mit einigem Kraftaufwand. Zu guter Letzt, ist es an dem Jüngling, einen großen und zugleich alten Strauch aus der Erde zu ziehen. Doch jede Kraftanstrengung ist vergebens, der Strauch will sich nicht bewegen…

Wird einem nun bewusst, dass die Sträucher in diesem Gleichnis metaphorisch für unsere Gewohnheiten stehen, ebenso wie  der Garten für unser Leben, so könn(t)en wir folgendes Fazit ziehen:

Je länger gewisse Gewohnheiten Teil unseres Lebens sind, desto tiefer sind sie in unsere Tagesabläufe, Verhaltenseisen verankert und umso schwerer wird uns die Entwöhnung fallen.

Was sind Gewohnheiten eigentlich?

Gewohnheiten sind Handlungen, zu welchen wir uns einst bewusst entschlossen haben, jedoch vergegenwärtigen wir sie uns nicht mehr, mit einsetzender Routine, was bis zu einem gewissen Grad zu einer Abgabe von Kontrolle über unsere ausgeführten Handlungen führt, durch unbewusstes Ausführen.

Dies führt zu dem positiven Effekt, dass wir Energie einsparen – somit mehr Energie für anspruchsvollere, herausforderndere Dinge haben und die Gewohnheiten uns ein Gefühl von Bequemlichkeit und Sicherheit verschaffen. Zugleich jedoch geben wir, wie erwähnt, Kontrolle ab und beschleunigen dabei unser Leben, beziehungsweise unser Zeitempfinden.

Für weitere Informationen schauen Sie gern in den nachfolgenden Spiegel-Beitrag:

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/warum-die-zeit-immer-schneller-vergeht-jahr-schon-wieder-vorbei-a-931905.html

Doch wie sind Gewohnheiten eigentlich aufgebaut?

Im Prinzip wurde diese Frage schon im Jahre 1905 von Iwan Pawlow mit seinem berühmten Hunde-Experiment beantwortet. Die Gewohnheit an sich lässt sich mit dem Verhalten der pawlow’schen Hunde optimal in all ihre Einzelheiten einteilen:

  1. Stufe: Der Auslösereiz (Die Glocke ertönt)
  2. Stufe: Die Routine (Der Hund geht zum Futtertrog)
  3. Stufe: Die Belohnung (Das Fressen)

Jene Einteilung der Gewohnheit lässt sich ausnahmslos auch auf die des Menschen übertragen. Des Weiteren lassen sich drei elementare Eigenschaften, die eine Gewohnheit mit sich bringt, feststellen:

  1. Es ist uns kaum bewusst, wenn wir eine Gewohnheit ausführen.
  2. Gewohnheiten werden weitgehend emotionslos erledigt.
  3. Sie hängen zudem stark von unserer Umgebung und Umständen ab.

Sprich, sollten Sie beispielsweise nach der Rückkehr in ihr trautes Heim nach dem Abstreifen der Schuhe (Auslösereiz) fast automatisch den Gang zum Fernseher antreten und jenen anschalten (Routine), was gegebenenfalls eine Zerstreuung der Gedanken nach sich zieht (Belohnung), so werden Sie sich in der Wohnung des Chefs nach erfolgtem Auslösereiz (hoffentlich) nicht simultan verhalten.
Möchten Sie nicht mehr der pawlow’sche Hund eines Auslösereizes sein, der zu einer lasterhaften Gewohnheit führt, wie zum Beispiel dem Rauchen, oder einer ungesunden Ernährung?

Dann lesen Sie Teil 2 der Gewohnheiten-Serie, wo Sie das 30-Tage-Konzept vorgestellt bekommen und eine Strategie zur Entwöhnung.

Haben Sie vielleicht bereits versucht, die ein oder andere nicht gerade positive (An-)Gewohnheit vollends aus Ihrem Leben zu verbannen, sind aber an diesem Vorhaben gescheitert?

Dann lassen Sie sich gesagt sein: Veränderung ist oftmals eine Frage der Strategie, nicht der Willenskraft und der Selbstdisziplin.

Auch an dieser Stelle sei nochmals auf den nächsten und die folgenden Teil(e) dieser Serie hingewiesen.

Sie sind willens und bereit, bekannte Pfade zu verlassen! Gern stehe ich Ihnen dabei unterstützend zur Seite.

 


Die Serie im Überblick:
Die Macht der Gewohnheiten Teil 2
Die Macht der Gewohnheiten Teil 3

 

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