Achillodyne – Achillessehnenentzündung. Welche Möglichkeiten zur Behandlung, Heilung und Vorbeugung dieser Achillessehnenerkrankung sind möglich?
Ewig ging es gut. Keine Schmerzen, keine Beeinträchtigungen. Laufen mit Leichtigkeit. Doch seit einiger Zeit bereitet sie Probleme, die Achillessehne. Besonders morgens nach dem Aufstehen, die ersten Schritt schmerzen wie verrückt! Nach anfänglichem humpeln lässt der Schmerz nach. Gott sei dank! Und auf einmal ist er wie weggeblasen bis zur nächsten Pause oder dem kommenden Morgen – dann beginnt das Martyrium von vorn.

Kennen Sie das? Wenn ja, dann haben Sie möglicherweise eine Achillodynie. Die Achillodynie ist eine Entzündung der Achillessehne, ausgelöst meist durch eine Überbeanspruchung dieses Teils des Bewegungsapparates. Verantwortlich hierfür können gleichbleibend monotone Bewegungsabläufe, zu hohe Intensitäten an eine nicht angepasste Struktur, oder die Aufnahme eines neuen Bewegungsablaufes durch eine unbekannte Sportart sein. Leider lässt sich die Ursache nicht immer klar abgrenzen, was die Heilung durchaus beeinträchtigt.

Im Regelfall ist es so, dass die Beschwerden der Achillodynie (dynie = Schmerz) nach ein paar Tagen der Schonung – also Ruhigstellung – komplett abklingt, kann aber bei wieder Inanspruchnahme erneut aufkeimen. Hier gilt es sich der potentiellen Ursachen bewusst zu werden, denn die Achillodynie ist keine Akutverletzung sondern die Folge einer dauerhaften Fehl- bzw. Überlastung. Das bedeutet im Klartext, dass es durch bestimmte Belastungen zu strukturellen Veränderungen der Achillessehne kommt. Diese kann dann in der Sehnenscheide nicht ohne Reibung hin und hergleiten und wird permanent gereizt. Man spricht hierbei von einer degenerativen Veränderung.

Im Bereich des (Ausdauer-)Sports zählt die Achillodynie zu den häufigsten Sportverletzungen. Ca. 10% der Sportler, so geht man davon aus, kennen die Symptome einer Achillessehnenreizung. Ohne sportliche Impulse entsteht diese Achillessehnenerkrankung höchst selten.

Symptome der Achillodynie
  • lokal im Bereich der Ferse (oberhalb, also Achillessehne) bis hin zum unteren Teil der Wade
  • je nach struktureller Veränderung, also Krankheitsintensität, tritt es ein Tag nach ungewohnt hoher
  • Schmerzen können sowohl im aktiven (Bewegung wie Zehenspitzenstand) als auch im passivem (Hackengang) Zustand entstehen
  • die Achillessehne ist meist in Teilbereichen druckempfindlich – in Extremfällen kann es sich anfühlen als drücke man Watte zwischen den Fingern zusammen – und gegebenenfalls sogar bereits leicht verdickt (strukturelle Veränderung hat bereits begonnen)
  • eine Rötung und leicht Erwärmung kann im erkrankten Bereich auftreten
  • Krepitationszeichen bezeichnet man den Umstand, dass bei voranschreitendem Krankheitsbild die Achillessehne bei Bewegung “knirschende” Geräusche macht (wie Schnee oder Watte)
  • ein Anschwillen des erkrankten Achillessehnenbereiches kann ebenfalls beobachtet werden
  • normalerweise tritt die Achillodynie einseitig auf, in seltenen Fällen kann es jedoch auf beiden Seiten entstehen

Schreitet die Achillodynie voran, ist sie also chronifiziert, dann treten die genannten Schmerzen bereits bei moderater Belastung auf. Dickenzuwachs, Rötung und lokale Temperatur sind ebenfalls deutlich präsent. Die Schmerzen können zwar bei Schonung verschwinden, treten jedoch bei entsprechender Belastung rasch wieder auf. Ebenfalls können Ruheschmerzen vorliegen, hier dürfte der Leidensdruck des Betroffenen derart hoch sein, dass gehandelt werden muss!


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Achillodynie - Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für diese Form der degenerativen Sehnenerkrankung
Die Hauptursache einer Achillodynie ist in Fehl- und Überlastungen zu suchen, die zu einer strukturellen Veränderung der Achillessehne führen. Meist geschieht diese Überlastung im sportlichen Bereich. In der Regel sind Leistungssportler eher betroffen, allerdings macht diese Erkrankung vor Freizeitsportlern keinen Halt. Vorwiegend sind es Läufer, aber auch Fußballer, Tennisspieler oder Triathleten leiden unter ihr. Lauf- und Sprungbewegungen erzeugen eine hohe Belastung im Bereich der Achillessehne und sorgen hier für Kleinstschäden, auch Mikrotraumen genannt. Grundsätzlich sind die Mikrotraumen noch kein echtes Problem. Kippt jedoch das Verhältnis der Entstehung von Kleinstverletzung zur Befähigung der Sehne sich zu regenerieren, läuft die Struktur Gefahr, chronisch zu erkranken. Die Achillodynie ist am Entstehen. Die Entstehung einer Achillessehnenentzündung  ist abhängig von diversen inneren und äußeren Faktoren!
externe Risikofaktoren:

  • Trainings-Status-Quo:
    oftmals entspricht die gewählte Intensität einer sportlichen Belastung nicht dem Trainingszustand des Trainierenden. Das heißt im Klartext, dass ein schlechter Trainingszustand auch eine unzureichende Struktur (Sehnen, Bänder, etc.) bedeutet
  • Form der Trainingsbelastung:
    Wie bereits zuvor erwähnt sind es vorwiegend Lauf und Sprungbelastungen, die die Achillsesehne auf ein Höchstmaß herausfordern und belasten
  • Quantität der Belastung in Form von Frequenz und Dauer
  • Intensität der gewählten Belastung
  • liegen ausreichend Regenerationsphasen vor?
  • Equipment in vorm des gewählten Trainingsschuhs entspricht nicht den Anforderungen:
    Ein den Belastungen nicht angepasster Schuh, oder auch bereits eine falsche Schnürung können für Irritationen und Überlastungen der Achillessehne sorgen.
  • Schuhwerk im Alltag ist nicht den Belastungen angemessen ausgewählt
    hohes Schuhwerk im Alltag
  • Therapien mit Kortison lassen die Achillessehne porös werden
interne Risikofaktoren:

  • das Alter des Sporttreibenden:
    bekanntermaßen nimmt mit dem Älterwerden die Fähigkeit des Körpers zur Regeneration deutlich ab
  • Gewicht
    Gewicht als permanent wirkende Belastung ist ein entscheidendes Moment bei strukturellen Veränderungen
  • (Fuß)Fehlstellungen
    eine nicht zu unterschätzende Wirkung haben selbstverständlich orthopädische Fehlstellung, hier im Speziellen der Füße. Gibt es Veränderungen im Bereich von Fußquer- und Fußlängsgewölbe, so tritt eine ungleich höhere Belastung auf die Achillsesehne als vorgesehen
  • Stoffwechselerkrankungen
    zu guter Letzt seien Stoffwechselerkrankungen genannt, die Ihren Einfluss auf Strukturen zum einen, und damit die Regenerationsfähigkeit des Körpers zum anderen haben. Gicht beispielsweise hat einen negativen Einfluss auf das Sehnengewebe
Wenn der Gang zum Arzt unvermeidbar wird! Untersuchungen und Diagnose
Bevor eine Achillodynie chronifiziert, sollten Sie ins Handeln kommen. Denn einen chronischen Zustand werden Sie leider nicht so schnell wieder los – und das kann nicht Ihr Ziel sein.

Bester Ansprechpartner für derlei Erkrankungen ist der Orthopäde oder Sportarzt. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach einer Empfehlung, oder schauen im Internet, welcher exzellente Sportler oder Sportclub in Ihrer Stadt ansässig ist – dort finden Sie meist auch sehr kompetente Fachärzte für Ihr Problem.

Ein guter Arzt nimmt sich Zeit für Ihr Anliegen. Nach einer eingehenden und ausführlichen Anamnese, in denen der Facharzt Umstände klärt wie zum Beispiel: Wann treten Ihre Schmerzen auf? Wo genau befinden sich Ihre Schmerzen? Welchen Sport betreiben Sie und in welcher Häufigkeit? usw. – wird er Sie körperlich untersuchen. Hierzu werde er in Bauchlage, mittels Zangengriff an der Achillessehne palpieren, um sich einen genauen Überblick über die Situation zu verschaffen. Neben der manuellen Begutachtung wird er mittels eines bildgebenden Verfahrens sich einen Eindruck über den Grad der lokalen Schädigung verschaffen, oder um Krankheitsbilder (Teilriss der Achillessehne, Fersensporn oder Entzündung der Sehnenscheide) mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Anschließend wird er Sie über die möglichen Behandlungen aufklären.

konservativen Therapie
Die meisten Menschen wünschen sie eine konservative Therapie, und möchten operative Eingriffe gerne meiden. Je nach Schweregrad der Achillodynie ist dies auch durchaus möglich – daher auch nochmals hier an dieser Stelle mein Appell „handeln Sie schnell!“

Bei einer Achillodynie steht die Schonung an erster Stelle. Der erkrankte Bereich soll möglichst ruhig gestellt, und nicht belastet werden. Das heißt der geliebte Sport muss eine Zeitlang pausieren. Erst nach der kompletten Rekonvaleszenz darf der Fuß wieder komplett belastet werden. Machen Sie nicht den Fehler und starten zu früh!
Manchmal macht es Sinn mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Schmerzmitteln, wie zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol zu arbeiten.
Ich für meinen Teil versuche Medikamente weitgehend zu vermeiden und schaue, inwieweit ich beispielsweise über eine natürliche und ausgewogene Ernährung meinen Körper unterstützen kann. Denn es gibt zahlreiche Lebensmittel, die sowohl schmerz- als auch entzündungshemmend wirken können!

Neben oben genannten Anwendungsmöglichkeiten besteht die Option, die Achillessehne mit einer “speziellen” Dehnung

 

operativen Behandlung
Ein operativer Eingriff sollte die allerletzte Möglichkeit sein, denn eines muss Ihnen klar sein. Ein Eingriff kann immer eine Vernarbung nach sich ziehen, so dass sich keine wirkliche Symptome-Verbesserung einstellt. Also lassen Sie sich gut beraten!

Eingriffsmöglichkeiten sind Debridement (das bedeutet das Entfernen von verändertem Gewebe), die Peritendineum (das ist die Aufspaltung der Sehnenhaut) oder das Strippen (mittels eingebrachtem Faden das Lösen von Vernarbung ins umliegende Gewebe).

Prognose und Verlauf einer Achillodynie
Wie vorangehend schon ausführlich beschrieben wurde, gilt Sport als die Hauptursache für die Entstehung der Achillodynie, was aber nicht heißt, dass auf Sport verzichtet werden muss. Lediglich die Art und Weise wie der Sport betrieben wird, sollte hinterfragt werden. Einige Faktoren die es zu berücksichtigen gilt.

Erholungsphasen

Ihr Training sollte generell über ein ausreichendes Maß an Erholungsphasen verfügen, denn nur in den Pausen ist der Körper in der Lage sich zu regenerieren und an die sportliche Belastung anzupassen – also zu verbessern.

Warmup

Je nach Sportart sollte das Warmup spezifisch betrieben werden. Bereiten Sie Körper und Geist darauf vor, was nun folgen wird – so lässt sich das Verletzungsrisiko zumindest minimieren.

Überlastungen meiden

Allem sind Grenzen gesetzt, so auch der Belastbarkeit unseres Körpers. Strukturen können zwar eine ganze Weile einer Belastung standhalten, jedoch ist irgendwann Schluss! Es ist wichtig, dass Sie die Belastbarkeit Ihres Körpers kennen und entsprechend trainieren!

Adäquates Schuhwerk

Wichtig ist, dass Sie ein an Ihre persönlichen Bedürfnisse angepasstes Schuhwerk haben. Es sollte auch nicht zu alt sein, denn auch die Schuhe haben nur eine bestimmte Haltbarkeitsdauer.

Mein dienstältester Klient hatte eine zeitlang mit einer “ausgewachsenen” Achillodynie zu tun. Ursprünglich stiegen wir in das Training ein mit der Grundhaltung “did you ever seen a rabbit stretching!?” – will heißen, Dehnung ist für den Arsch 🙂 Naja, lange Rede kurzer Sinn, irgendwann erkannt mein Klient, dass Dehnung durchaus hilfreich sein könnte. Neben Rückenbeschwerden bekamen wir auch diverse andere körperliche Einschränkungen in den Griff. Als die Achillessehnenentzündung nicht besser wurde, suchten wir nach alternativen und stießen bei unseren Recherchen auf einen spannenden Artikel. Neben exzentrischen Bewegungen (hier Dehnung auf der Treppe 3-4x á 15-20 Wiederholungen pro Tag) wurde zu einer kutanen Auftragung von Nitro geraten. Das Nitro seinerseits mindert die Kapillarbilderung der irritierten Achillessehne in das umliegende Gewebe.
Ich hoffe Ihnen mit diesem Artikel ein paar interessante Informationen geliefert zu haben. Sollten Sie aktuell mit der Achillodynie zu tun haben, stehe ich Ihnen gern im Großraum Berlin mit Rat und Tat zur Verfügung.

Gerne kann ich Ihnen auch einen kompetenten Kollegen des PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUBS in Ihrer Nähe empfehlen.

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